Wie wirken meine Arzneimittel bei Hitze?
Liebe Kundin, lieber Kunde,
Wenn es draußen richtig warm wird, kommt der Körper im wahrsten Sinne des Wortes ins Schwitzen. Das Schwitzen selbst dient dabei der Thermoregulation des Körpers. Der Herzschlag steigt, ebenso der Blutdruck. Die Verhältnisse der Körperflüssigkeiten verschieben sich und auch sonst verändert sich der Körper in der Gesamtheit seiner Funktionen.
Die Uniklinik Heidelberg hat sich intensiv mit den Folgen einer Hitzewelle auf den Körper und der Arzneimitteleinnahme beschäftigt und die Ergebnisse in der Heidelberger Hitze-Tabelle zusammengefasst. Einige dieser Erkenntnisse möchten wir Ihnen gerne aufgrund der Wetterlage auszugsweise vorstellen.
Wirkstoffhaltige Pflaster wie Nikotinpflaster, Hormonpflaster aber auch insbesondere Schmerzpflaster fluten schneller im Körper an, da die Haut unter dem Pflaster stärker durchblutet wird und die Wirkstoffe schneller aufgenommen werden. Zudem erhöht der größere Wärmestau die Durchlässigkeit der Haut, sodass die Wirkstoffe besser die Hautbarriere durchdringen können.
Gängige Blutdrucksenker, die sogenannten ACE-Hemmer, reduzieren das Durstgefühl. Das bedeutet, dass das Verlangen, etwas zu trinken, abgeschwächt ist. Sie erkennen die ACE-Hemmer daran, dass die Wirkstoffe auf –pril enden wie Ramipril, Captopril oder Enalapril. Schreiben Sie sich ruhig auf, wie viel sie an heißen Tagen getrunken haben, wenn sie eines der genannten Arzneimittel einnehmen.
Kommen wir zu den ebenfalls gängigen Schilddrüsenhormonen. Unter der Einnahme von Schilddrüsenhormonen verstärkt sich in Hitzeperioden die körpereigene Thermogenese.
Viele psychisch wirksame Arzneistoffe reduzieren das Schwitzen. Wie angesprochen dient das Schwitzen der Thermoregulation des Körpers und wenn die Fähigkeit des Schwitzens durch besagte Arzneistoffe eingeschränkt wird, ist auch die Thermoregulation gestört. Hinzu kommt, dass die Aufmerksamkeit bei diesen Arzneistoffen weiter vermindert wird. Dieses ist bereits eine unerwünschte Wirkung dieser Stoffe, die bei Hitze wahrscheinlicher und deutlicher auftreten kann.
Als letzte Arzneistoffgruppe möchte ich die Diuretika ansprechen, also die Entwässerungsmittel. Hier ist das Zusammenspiel von Hitze und Arzneistoff sehr logisch nachzuvollziehen. Schwitzt man mehr, verliert der Körper Flüssigkeit. Nimmt man Diuretika, so verliert der Körper zusätzlich Flüssigkeit. Werden jetzt noch ACE-Hemmer eingenommen, die den Durst reduzieren, so kann es in der Folge der Ereignisse schnell zu einer Dehydration des Körpers kommen.
Ihr Alexander Kopp und die Mitarbeiterinnen
Ihrer Siel-Apotheke in Werste
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